Archiv für Januar 2009
Touchstone: Akku kabellos aufladen
Palm hat mit der Vorstellung des Pre bewiesen, dass es so detailverliebt ist, wie man es sich für gewöhnlich von Apple erwartet. Eines dieser Details ist der Touchstone, das (extra verkaufte) kabelloses Aufladegerät, auf das man den Palm Pre nur drauf legen muss, um ihn aufzuladen.

Der Touchstone funktioniert mit elektromagnetischer Induktion, die über kurze Distanzen Strom kabellos übertragen lässt.
WebOS bekommt Flash!
In unserer Zusammenfassung zum Mojo Application Framework, der Entwicklungsumgebung des WebOS, haben wir bemängelt, dass die Scriptsprache JavaScript, auf der die Anwendungen des WebOS basieren werden, keine vernünftige Spieleentwicklung zulassen wird – und die macht einen wesentlichen Anteil an Apples iPhone App Store aus!
Viele Kommentatoren haben das als großen strategischen Nachteil gesehen, es gab Spekulationen, ob zu einem späteren Zeitpunkt eine bessere Entwicklungsumgebung veröffentlicht werden würde.
Jetzt hat Palm wenigstens einen Zwischenschritt eingelegt: Flash. Flash ermöglicht mehr grafische Flexibilität, was die Entwicklung besserer Spiele erlaubt. Das Problem wird damit zwar nicht völlig behoben, aber wenigstens reduziert.
Es ist im Moment aber noch nicht bekannt, welche Flash-Version Adobe in Palms WebOS einbauen wird. Adobe bietet bekanntlich sowohl eine “Lite”-Version für Smartphones an, als auch die normale Variante für Desktop-Computer.
via Newsweek
Palm droht gegen Apple zurück
Apple hat vor einigen Tagen Palm bedroht – indirekt, aber deutlich genug, um Palms Sprecherin Lynn Fox zu einer Reaktion zu bewegen:
“Palm hat eine lange Geschichte der Innovation, die sich in unseren Produkten und robustem Patent-Portfolio wiederspiegelt und wir sind anerkannt für unsere grundlegenden Patente in den mobilen Raum. Falls wir mit einem Gerichtsverfahren konfrontiert werden, sind wir zuversichtlich, dass wir die Werkzeuge haben, die nötig sind, um uns zu verteidigen. “
Dazu muss man wissen, dass Palm, genauso wie Apple, viele Patente angemeldet hat. Da Palm den PDA-Markt im Prinzip erfunden hat, sind da sicher Trivialpatente dabei, die gegen das iPhone eingesetzt werden könnten.
Palm setzt daher auf das Prinzip der Patent-Waffenstillstands. Beide Seiten eines Konfliktes melden möglichst viele Trivialpatente an, daraufhin werden entweder “gegenseitige Lizenzierungs-Abkommen” abgeschlossen.
via Digital Daily
Bildverbesserung im Palm Prē
Der Palm Prē ist nicht nur äußerlich top, auch das Innenleben kann sich sehen lassen und ist in manchen Bereichen besser als das iPhone. So hat Palm nicht nur eine Kamera mit mehr Megapixel (3,2 anstatt 2 Megapixel im iPhone) eingebaut, sondern setzt auch eine tolle Bildverbesserungs-Software ein.
Palm setzt eine Bildverbesserungs-Technologie der Firma DXO Labs ein, die ihre Produkte an alle Größen des Kameramarktes (Canon, Nikon, etc.) verkauft. Welche dieser drei Technologien im Palm Prē zu finden sein wird, ist noch nicht bekannt:
- DxO IPE (Image Processing Engine)
- DxO ISP (Image Signal Processing)
- DxO DOP (Digital Optics Processing)
Alle sind aber höchst interessant und können starke Verbesserungen der Bildqualität mit sich bringen, die 3,2 Megapixel-Kamera des Palm Prē könnte damit im Vergleich mit Smartphone-Kameras gleicher Bildgröße sehr positiv hervorstechen.

via Palm WebOS Blog
Trēo Pro bei Vodafone und Amazon
Palm hat nicht nur den genialen Palm Prē angekündigt, schon vor einigen Monaten wurde der Palm Trēo Pro (mit o statt ē) angekündigt, ein klassischer Trēo, aber schöner.

Der Palm Trēo Pro hat neben einem schönen (evolutionären) Design fast alle wichtigen Features:
- 320×320 Pixel Touchscreen
- UMTS
- WLAN
- GPS
- Bluetooth-Anschluss
- 2-Megapixel-Kamera
- microSDHC-Karten-Support
- MicroUSB-Anschluss
- Tastatur
Die zwei unschönen Details sind das Betriebssystem, Windows Mobile 6.1, und der interne Speicher von läppischen 256MB Speicher. Gäbe es nicht das Palm Prē, wäre es meine zweite Wahl (neben einem Blackberry) gewesen.
Für alle, die auf Windows Mobile abfahren und die Trēo-Reihe grundsätzlich mögen, gibt’s das Smartphone bei Vodafone Deutschland (169 Euro mit Anmeldung) und Amazon (~400 Euro) zu kaufen. In Österreich bietet den Palm Trēo Pro im Moment leider kein Unternehmen an.
Apple droht Palm mit Klage
Bei der Veröffentlichung der Quartalszahlen, die übrigens exzellent und viel besser als erwartet waren, hat Apples Übergangs-CEO Tim Cook auf die Frage, was man zum Palm Prē sage, relativ klar und deutlich gesagt:
“I don’t want to talk about any specific company. I’m just making a general statement that we think competition is good. It makes us all better. And we are ready to suit up and go against anyone. However, we will not stand for having our IP ripped off. And we will use whatever weapons that we have at our disposal. I don’t know that I can be any more clear than that.”
Apple besitzt ein Patent auf “Multi Touch”-Technologie, also Touchscreens, die man mit mehreren Fingern bedienen kann. Das Patent zeigt alles, was mit dem amerikanischen Patentsystem falsch läuft, es könnte nämlich durchaus durchsetzbar sein. Apple wäre damit die zweite Firma innerhalb kurzer Zeit, das Palm verklagt, vor einigen Tagen wurde Palm vom Patenttroll “Saxon Innovations” verklagt.
Update: Palm zeigt sich unbeeindruckt.
Google Android auf Palm Prē
Ein Android-Entwickler hat die technischen Daten zum Palm Prē analysiert und herausgefunden, dass Texas Instruments ein Entwicklungsgerät für Palm Prē-Entwickler zur Verfügung gestellt hat. Dieses Gerät basiert auf der OMAP 3-Plattform, wie vermutlich auch das WebOS. Der Entwickler hat die angekündigt, Android auf das Palm Prē-System zu portieren und damit ein Dual Boot-System mit Palm WebOS und Android ermöglichen.

Ein Projekt, Android auf die OMAP 3-Plattform zu portieren, wurde bereits im Sommer (unabhängig vom Palm WebOS) gestartet. Mit dem MicroUSB-Anschluss könnte das Android-System auf den internen 8GB-Speicher gespeichert werden, es müssten dann noch die Boot-Sektoren auf dem Palm Prē verändert werden, um das Android-System zu ermöglichen.
Das Potential ist groß: Für die Android-Plattform wurde bereits eine Fülle innovativer die könnten auch auf einem Prē nützlich sein. Außerdem würde das die Konkurrenz anfeuern und vielleicht auch Apple dazu zwingen, das iPhone offener und transparenter zu gestalten.
Ob eine Portierung von Android auf Palm’s neue Smartphone-Plattform technisch wirklich möglich ist, ist noch unsicher und hängt vor allem davon ab, ob Palm das verhindern will oder nicht. Auf Palms Twitter-Account wurde das Thema jedenfalls bereits verlinkt – wenigstens eine Person bei Palm findet die Idee also gut.
via Palm WebOS Blog
WebOS-Kalender: Neue Details
Seit unserem ersten Beitrag zu Synergy wurden neue Informationen über die Kalender-Komponente veröffentlicht. Roger McNamee, Mitgründer von Elevation Partners, der Firma, die über 400 Millionen Dollar in Palm investiert hat, hat in einem Interview mit dem Yahoo Tech Ticker vielversprechende neue Details über das Palm Pre und das WebOS bekannt gegeben.
Guten Morgen
Am Morgen lädt WebOS automatisch Landkarten zu den Terminen und Informationen (zB von Wikipedia) über die Personen und Orte herunter. Außerdem wird der Kalender mit Hilfe von GPS erkennen, wo man gerade ist und wo man sein müsste, erkennt, ob man einen Termin noch erreichen kann und kann ein E-Mail mit der Entschuldigung für die Verspätung schicken.
Das WebOS wird damit zum ersten Mal ein intelligenter digitaler Assistent werden. Es ist damit kein Werkzeug mehr, sondern wird Teil des Arbeitstages.
Mojo Application Framework
Palm hat neben der vielbeachteten Ankündigung des Palm Prē und des Palm WebOS für die Entwickler/innen, dem Rückgrad des neuen Betriebssystems, das Palm Mojo Application Framework und das Palm Mojo SDK kurz vorgestellt. Wie beim Palm Prē sind noch nicht viele Informationen verfügbar, wir haben alle verfügbaren Informationen in diesem Artikel zusammengefasst.
HTML5, CSS, Javascript
Die meistbeachtete Eigenschaft des Palm Mojo Application Frameworks ist die Tatsache, dass es wesentlich auf HTML5, CSS und JavaScript basiert. Das ist eine intelligente Entscheidung, da Palm hier auf einen riesigen Gruppe potentieller Entwickler/innen zurückgreifen kann, die keine neuen Fähigkeiten dafür erwerben müssen.
Wichtig ist dabei HTML5, also nicht das heute verbreiteten HTML4 oder XHTML. HTML5 wird seit 2004 von der WHATWG und später dem W3C entwickelt und ist eine Weiterentwicklung von HTML, an der das W3C zur Zeit arbeitet. Es beinhaltet einige neue Tags und Eigenschaften. So soll in HTML5 jedes Element verlinkt werden können, zum Beispiel ein Aufzählungselement mit <li href=”http://link.com/”>text</li>. Ein neuer Tag ist zum Beispiel der <video>-Tag, der auch im Firefox 3.1 verfügbar sein wird.
Bisher ist nicht klar, warum genau HTML5 (und nicht etwa XHTML oder HTML4) eingesetzt werden soll.
JavaScript und CSS werden beim Mojo Application Framework zum Programmieren und Designen der Anwendungen verwendet. JavaScript bedeutet leider, dass die Entwicklung von komplexen Anwendungen wie Spielen schwierig wird, Pandora-CTO Tom Conrad (Pandora arbeitet seit Herbst 2008 mit einer Vorversion des Mojo Application Framework) hat das in einem Interview mit PalmInfocenter bestätigt.
Dass das Mojo Application Framework auf Web-Technologien basiert, bedeutet allerdings nicht, dass am Palm WebOS nur Web-Anwendungen laufen. WebOS-Programme werden Zugriff auf Gerätefunktionen wie Touch-Gesten, Benachrichtigungen, lokalen Speicher, Kalender, Kontakte, GPS-Location, etc. haben und komplexe User Interface-Anwendungen ermöglichen.
Insgesamt klingt das ähnlich wie die Mozilla Plattform. Firefox basiert bekanntlich auch auf JavaScript und CSS, das Interface selbst ist XML-basiert. So wie Mozilla daran arbeitet, Python als zweite Programmiersprache für die Mozilla Plattform zu ermöglichen, könnte aber auch Palm das Mojo Application Framework um eine mächtigere Programmiersprache erweitern. Der Linux-Kernel, auf dem WebOS basiert, ermöglicht das auf jeden Fall.
Palm OS
Eine Frage, die sich viele Palm OS-Entwickler stellen ist, ob und wie bestehende Programme auf WebOS konvertiert werden können. Palm hat dazu bisher keine genauen Informationen bekannt gegeben. Palms Entwickler-Seite spricht davon, dass es die Möglichkeit geben wird, PDB-Daten (PDB = PalmDataBase) zu konvertieren. Die alten Programme werden vermutlich nicht auf WebOS laufen – einerseits gibt es dazu keine Ankündigung, andererseits macht es keinen Sinn, da sie das User Interface des neuen Betriebssystems nicht nützen.
Durch die freie Natur des Linux-Kernels könnte allerdings ein Kompatibilitäts-Programm ermöglichen. StyleTap hat bereits angekündigt, an einer solchen Anwendung arbeiten zu wollen.
Palm Mojo SDK
Weiters wird Palm für Entwickler/innen eine auf Eclipse basierende IDE zur Verfügung stellen, selbstverständlich können auch andere Programme verwendet werden. Die IDE befindet sich zur Zeit in einer privaten Testphase mit ausgewählten Unternehmen, demnächst wird sie auf der Entwicklerseite zum kostenlosen Download angeboten werden.
Palm App Catalog
Zu erwarten war auch ein App Store nach Vorbild des iPhones, bei Palm wird er “App Catalog” heißen. Es wird erwartet, dass damit Anwendungen online gekauft werden können und er weitgehend wie der Apples App Store funktionieren wird. Das genaue Featureset scheint aber noch nicht festzustehen, Palm fragt nämlich im Developer Blog um Hilfe.
Palm von Patent-Troll verklagt
Palm wurde, gemeinsam mit RIM, Nokia, Panasonic und HTC von einem Patenttroll verklagt, die drei Patente in Frage sind folgende:
- Apparatus and method for disabling interrupt masks in processors or the like
- Keypad monitor with keypad activity-based activation
- Device and method for interprocessor communication using mailboxes owned by …
Die Patente gehören der Firma Saxon Innovations aus Texas, die diese 2007 hauptsächlich von AMD gekauft hat. Insgesamt besitzt die Firma 170 Patente. “Saxon Innovations” will die Firmen daran hindern, ihre Smartphones in die USA zu importieren.
