Archiv für Juli 2009
Palm Pre um 99 Dollar bei Best Buy – für einen Moment
Als sich heute Morgen die Information verbreitete, dass das Palm Pre bei Best Buy ohne Ankündigung auf 99 Dollar reduziert wurde, war das Staunen groß. TechCrunch spekulierte, dass Palm mit dem Pre die Early Adopter, die das Smartphone auf jeden Fall gekauft hätten, genug geschröpft hat und sich jetzt um den Massenmarkt kümmern würde.
Allgemein war der Konsens, dass Palm damit auf die schlechten Verkaufszahlen und die vermutlich wegen dem 99-Dollar-iPhone starken Verkaufszahlen von Apple reagiert hat.
Leider ist mittlerweile die Ernüchterung gekommen: Die Preissenkung war ein Versehen, das korrigiert wurde.
Schade, denn die schlechten Verkaufszahlen des Palm Pre sind ein Problem, das nicht einfach verschwinden wird. Es ist unverständlich, warum Palm nicht erkennt, dass es, obwohl das “gewöhnliche” iPhone 3G Hardware-seitig in einer niedrigeren Liga spielt, genau mit diesem iPhone 3G konkurriert, nicht mit dem iPhone 3GS. Da helfen auch alle Software-Updates fürs Palm WebOS nichts.
In der Zwischenzeit freue ich mich für die Leute, die die Zeit bis zur Korrektur des Preises genützt haben, um sich das Palm Pre zum vergünstigten Preis zu kaufen und hoffe, dass Palm erkennt, dass nur eine Vergünstigung die Verkaufszahlen wieder anfeuern wird.
via Electronista
Palm WebOS v1.1 veröffentlicht
Palm ist seit der Veröffentlichung von Palm WebOS nicht stehen geblieben, die Software-Abteilung hat fleißig weitergearbeitet und nach vier Zwischen-Versionen (v1.0.1 bis v1.0.4) jetzt die Version 1.1 veröffentlicht, die einige neue interessante Features beinhaltet.
iTunes-Synchronisierung
Die iTunes-Synchronisierung, die Palm entwickelt hat, die von Apple zwischenzeitlich gestoppt wurde, wurde wieder repariert. Da Apple für andere Geräte als die eigenen weiterhin keine offizielle Möglichkeit anbietet, via iTunes zu synchronisieren, und schon einmal diese Funktion verteidigt hat, ist zu erwarten, dass Apple das Katz- und Maus-Spiel weiterspielen wird und in einigen Wochen die Synchronisierung nicht mehr funktionieren wird.
Aber keine Angst, auch Palm wird weiterspielen.
JavaScript-Performance
Eigentlich das allerwichtigste Upgrade: Der JavaScript-Interpreter wurde verbessert und ist wieder ein Stück schneller. Da die Palm Pre-Anwendungen auf JavaScript basieren, bedeutet das im Wesentlichen, dass durch die Bank alles schneller wird!
Neue Animationen
Die Dropdown- und die Kontext-Menüs werden jetzt beim Öffnen animiert. Das freut mich besonders, ich bin ein großer Fan der Idee, dass ein Betriebssystem schön sein soll. Palm scheint hier wirklich Apple um jeden Preis den Rang ablaufen zu wollen und investiert ähnlich viel in die Details.
Weitere Updates
Neben vielen ausgebesserten Fehlern gibts vor allem folgende nennenswerte Änderungen:
- Neuer Benachrichtigungs-Sound
- Updates zur Foto-Anwendung, inklusive Performance-Verbesserungen
- Memos können ab sofort per E-Mail verschickt werden
- Der Browser nützt jetzt die System-Schrift von Palm, die ziemlich gut aus sieht.
- Der Center-Button (der runde Knopf unter dem Bildschirm) aktiviert jetzt den Bildschirm, wenn die Tastatur herausgefahren ist. (Früher musste man die Tastatur anklicken.) Das ist eine kleine, aber sehr intuitive Änderung.
Enttäuschende Palm Pre-Verkaufszahlen
Mit Spannung warten wir alle auf die Verkaufszahlen des Palm Pre, die am Ende des nächsten Quartals veröffentlicht werden. In der Zwischenzeit müssen wir uns mit den Recherchen einer amerikanischen Firma begnügen, die seit Verkaufsbeginn in Geschäften in den USA angerufen hat, um die Verkaufszahlen des Palm Pre zu erfragen. Diese Zahlen sind nicht exakt, der Trend wird aber kaum falsch sein.
Die Verkäufe haben stark begonnen (140.000 Verkäufe in der ersten Woche), sind danach aber sehr schnell gesunken und mittlerweile bei geschätzten 20.000 Einheiten angelangt. (Das Pre ist nicht ausverkauft, damit sind diese Verkaufszahlen also nicht begründbar!)

Umfragen in Sprint-Geschäften haben außerdem ergeben, dass nur ca. die Hälfte der Palm Pre-Kund/innen Neukund/innen sind – für Sprint enttäuschend, das damit nicht schafft, was AT&T geschafft hat: Das iPhone zum starken Wachstum im (profitablen) Bereich der Smartphone-Kund/innen zu nützen.
Basierend auf der Annahme, dass sich das Palm Pre etwas über 20.000 verkauften Geräten pro Monat einpendelt, ergäbe das zwischen 400.000 und 500.000 verkauften Geräten. Ich kann mir nicht vorstellen, dass diese Zahl im oberen Ende der Erwartungen wäre.
Was ist der Grund?
Eine wichtige Frage ist, was der Grund für diese schwachen Zahlen ist. Das Problem ist vermutlich eine Kombination.
- Hohe Erwartungshaltung/Hype
Es war für Palm beinahe unmöglich, den selbst auferlegten Hype zu erfüllen. Das Gerät ist sehr, sehr gut. Aber Roger McNamee hat angekündigt, dass die Besitzer des ersten iPhones nach dem Palm Pre-Launch allesamt kein iPhone mehr verwenden würde. Und Ex-Palm-Chef Ed Colligan hat unmittelbar nach der Pre-Ankündigung gemeint, dass es für Palm keinen Grund gäbe, das Pre billiger als das iPhone zu verkaufen, da man das deutlich bessere Produkt habe. - Mangelnde Exportfähigkeit
Es war schon irgendwie irre, wie viele Menschen auf der ganzen Welt ein iPhone hatten, bevor es überhaupt offiziell verkauft wurde. Schätzungen zufolge waren bis zu 25% aller verkauften iPhones in den Anfangsmonaten für den Export bestimmt. Apple hat das erst unterbunden, als das iPhone 3G in der ganzen Welt verkauft wurde.
Palm hat sich diese Möglichkeit durch die Wahl des Exklusiv-Partners in den USA verbaut, der auf das CDMA-Netz setzt, wodurch das Smartphone in Europa nicht funktionieren würde. - Hoher Preis
Das Palm Pre kostet 300 Dollar, wobei man 100 Dollar durch einen Mail-In-Coupon wieder zurück bekommt. So in etwa. Damit ist das Palm Pre deutlich teurer als das “alte” iPhone 3G, das mittlerweile um 100 Dollar verkauft wird und gleich teuer wie das iPhone 3GS. Das iPhone 3GS ist aber vor allem in einem Bereich um Welten voraus – bei den Applikationen. Selbst, wenn 90% aller Anwendungen Schrott sind, ergibt das immer noch 300 “nützliche” Anwendungen. Palm hat dagegen erst vor einigen Tagen die Entwickler-Umgebung freigegeben. - Unbeliebtes Netz
AT&T ist kein besonders beliebter Handynetz-Betreiber, aber Sprint scheint, wenn man Kommentare in Tech-Blogs ernst nimmt, eine einzige Katastrophe zu sein. Eine so große Katastrophe, dass sehr viele nicht gewillt scheinen, um des Pre Willen dort hin zu wechseln. Diese Wahl könnte sich als ungeschickt herausstellen.
“The Missing Sync” für Palm Pre auf Mac, demnächst Windows
Palm hat von Beginn an keine klassische Synchronisierungs-Software wie den Palm Desktop für das Palm WebOS vorgesehen. WebOS soll mit Palm Synergy ausschließlich über das Web synchronisieren.
Auch, wenn für viele die Idee dahinter nachvollziehbar ist – ich verwende ausschließlich Web-basierte Kalender- und Kontakt-Management-Anwendungen (Google Kalender, Gmail, Facebook), die noch dazu allesamt vom WebOS unterstützt werden – können sich viele Menschen damit noch nicht anfreunden.
Hier kommt das Software-Unternehmen MarkSpace ins Spiel, das für verschiedene Software-Plattformen (Palm WebOS, iPhone, Blackberry, Windows Mobile, Palm PS, Symbian, und die Sony Playstation Portable) Synchronisierungs-Anwendungen entwickelt.
Die WebOS-Variante der Software “The Missing Sync”, die im Moment nur für Mac verfügbar ist, synchronisiert das Addressbuch, iTunes-Musik, iPhoto-Fotos, iCal- und Entourage-Kalender, Podcasts, Videos und PDF-, Word-, Excel- und PowerPoint-Dateien. Außerdem umfasst die Anwendung einen Klingelton-Editor. Mittels Proximity Sync™ werden Kontakte und Kalender automatisch mittels WLAN synchronisiert, wenn das Pre in der Nähe eines Macs ist.
The Missing Sync for Palm Pre ist ab sofort für Mac um 39,95 Dollar zu erstehen, eine Windows-Version ist in Arbeit.
Palm Pre in Deutschland mit O2/Telefónica!
Die Gerüchteküche hat ausgebrodelt, endlich ist der erste Release-Partner für das Palm Pre bekannt! Was schon mehrfach vermutet wurde, wurde jetzt bestätigt: Palm Pre wird von Telefónica (in Deutschland als O2 aktiv) verkauft werden, und zwar in Spanien, Großbritannien, Irland und Deutschland.

Telefónica hat kein Partner-Netzwerk in Österreich, das heißt also, dass wir weiterhin nicht wissen, wann das Palm Pre nach Österreich und die Schweiz kommt. (Dafür wäre als Release-Partner Orange, Vodafone oder T-Mobile notwendig gewesen.)
Gleichzeitig wurde auch eine Befürchtung bestätigt: Das Palm Pre wird erst zu Weihnachten nach Europa kommen.










