Archiv für Oktober 2009
Palm Pre – Erste Mini-Review!
Als Österreicher ist es für mich etwas schwieriger gewesen, mein eigenes Palm Pre in Händen halten zu können. Gestern war es dank eines deutschen Online-Shops endlich so weit. Zu Mittag ist das Pre angekommen, am Nachmittag hab ich es konfiguriert, verschiedene Anwendungen installiert und die Verwendung mit österreichischen SIM-Karten ausprobiert. (Dazu kommt noch ein eigener Artikel.)
Das Pre, das auch in der entsperrten, Vertrags-freien Version mit einer O2-Hülle geliefert wird (wir erinnern uns: O2 darf in Deutschland das Palm Pre verkaufen), ist meinen (hohen) Erwartungen bisher gerecht geworden.
Hier sind meine ersten Eindrücke:
Gehäuse-Qualität/Fingerabdrücke
Das Pre liegt sehr, sehr gut in der Hand. Es ist dicker als das iPhone, fühlt sich aber nicht klobig an. Hier haben die Hardware-Designer/innen bei Palm wirklich gute Arbeit geleistet.
In vielen Reviews wurde die Qualität des Gehäuses kritisiert, das angeblich billig aussieht, weil es aus Plastik ist und glänzt. Diesen Eindruck kann ich nicht teilen.
Was stimmt ist, dass das Pre für Fingerabdrücke sehr anfällig ist. Das ist leider bei anderen Touchscreen-Geräten nicht anders. Der iPod touch meines Bruders weder auf seiner Metall-Rückseite noch auf dem Display weniger Fingerabdrücke als das Pre. Ich konnte allerdings noch nicht mit einem neuen, angeblich Fingerabdruckabweisenden iPhone 3GS gespielt.
Wer das Pre im Alltag verwendet, wird bemerken, dass die mitgelieferte Stofftasche der beste Weg ist, um die Fingerabdrücke los zu werden, da der Stoff optimal zum Abwischen geeignet ist und das Pre somit jedes Mal, wenn es in die Tasche geschoben wird, abgewischt wird.
Bildschirm
Im direkten Vergleich mit dem iPod touch, beide Geräte liegen gerade nebeneinander, fällt auf, dass der Bildschirm des Pre im ausgeschaltenen Zustand kaum erkennbar ist, weil er so schwarz wie das Gehäuse ist, während beim iPod touch der Bildschirm sehr deutlich erkennbar ist. Wenn eingeschalten, sieht man, dass das Pre ein schwärzeres Schwarz erreicht.
Das fällt aber nur im direkten Vergleich auf, ist also kein besonderes großes Argument für das Pre.
Ansonsten ist der Bildschirm toll, die Farben sind sehr gut. Mit Multi Touch-Gesten kommt er bestens klar, hier ist kein offensichtlicher Mangel erkennbar.
Tastatur
Die Tastatur ist im Vergleich zu meinem alten Palm Treo 750 sehr viel platzsparender, weil die Tasten flacher sind. Die Treo 750-Tasten sind ziemlich dick und abgerundet, was sie selbst für Leute mit großen/dicken Händen sehr leicht zu bedienen macht. Dafür sind sie nicht sehr schön. Beim Pre wurde hier eine schönere, aber für manche Leute schlechte Lösung gefunden.
Ich komme mit meinen durchschnittlich großen Händen mit der Pre-Tastatur allerdings bestens klar. Für die meisten Leute sollte die Pre-Tastatur kein Problem sein. Im Zweifel ist es am besten, ein Pre in einem O2-Shop oder bei Freund/innen auszutesten.
WebOS
Sobald man das Pre einschaltet, merkt man, dass es sich zwar vom iPhone OS inspirieren hat lassen, aber eindeutig keine Kopie ist. Das erkennt man vor allem an der Tatsache, dass das Pre mehrere Anwendungen parallel laufen lässt. Um das im User Interface auf eine sinnvolle Art und Weise umzusetzen, gibt es auf dem Desktop nicht eine Sammlung an Programm-Icons (wie im iPhone OS), sondern eine Übersicht über die geöffneten Programme. Die werden als “Cards” nebeneinander angezeigt, nur eine Leiste am Boden mit den Standard-Anwendungen (Telefon, E-Mail, Kontakte, Kalender, Programmmenü) ist dabei sichtbar. Das Programmmenü funktioniert in etwa wie beim Android OS.
Allgemein merkt man, wie viel Arbeit Palm in kleine Details investiert hat. Hier steckt sehr viel Zeit drin – etwas, das mich sehr an Apple erinnert. Kein Wunder, denn der Palm Pre-Chefentwickler (und mittlerweile CEO von Palm), Jon Rubinstein, hat für Apple die iPod-Entwicklung geleitet.

Fotos des Zubehörs


Fotografiert man das Palm Pre und richtet den Blitz direkt neben das Gerät, sieht man Raster mit leuchtenden Punkten am Display. Davon sieht man normalerweise nichts – nicht schrecken also!
Palm Pre bei Digitech (Schweiz)
Der offizielle Verkaufsstart des Palm Pre in Deutschland bei O2 am 13. Oktober rückt näher, und wir werden immer gespannter, ob und wie das Pre in Österreich und der Schweiz verfügbar sein wird. Es gibt bekanntlich nach wie vor keine offiziellen Launch-Partner – zumindest scheint niemand davon zu wissen.
Digitec, ein Schweizer Online-Shop, bietet das Pre mittlerweile trotzdem im Vorverkauf an, subventioniert mit Verträgen von Orange, Sunrise und Swisscom (die allesamt nicht wissen, wann und ob das Pre bei ihnen verkauft wird).
Ich kenne Digitec nicht, aber es sieht so aus, als wäre das Unternehmen (unter anderem) ein Handy-Reseller, der beliebige Smartphones mit Tarifen schweizer Mobilfunk-Konzerne kombiniert und die Subventionierung selbst übernimmt. Das Geld für die Subventionierung kommt vermutlich aus der Vertrags-Abschluss-Prämie.
Das Palm Pre selbst wird dabei wahrscheinlich von Deutschland importiert – die Preise würden das in etwa verraten.
Interessant dabei ist, dass Digitec das Palm Pre auch mit 12-Monats-Verträgen anbietet – etwas, das es in Österreich und Deutschland nur noch selten gibt.
Je nach Tarif reicht der Preis für das Gerät bei einem 12-Monats-Vertrag bzw. 24-Monats-Vertrag von 359 bzw. 59 CHF (Sunrise flat max, 75 CHF/Monat Grundgebühr, nur magere 250 MB Datenvolumen integriert) bis 749 bzw. 669 CHF (Swisscom NATEL basic liberty, 12 CHF/Monat Grundgebühr, kein Datenvolumen integriert).
Die Tarifoptionen im Detail befinden sich auf der Digitech-Palm-Pre-Seite.
Achtung Datenvolumen!
Das Palm Pre wird immer ein gewisses Datenvolumen verbrauchen, eine nicht repräsentative Mini-Umfrage in meinem Facebook-Bekanntenkreis hat ergeben, dass doch bis zu 1GB pro Monat bei moderater Verwendung gebraucht wird.
Tarife, die weniger Datenvolumen beinhalten, dürften sehr schnell sehr teuer werden!
