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Enttäuschende Palm Pre-Verkaufszahlen

Mit Spannung warten wir alle auf die Verkaufszahlen des Palm Pre, die am Ende des nächsten Quartals veröffentlicht werden. In der Zwischenzeit müssen wir uns mit den Recherchen einer amerikanischen Firma begnügen, die seit Verkaufsbeginn in Geschäften in den USA angerufen hat, um die Verkaufszahlen des Palm Pre zu erfragen. Diese Zahlen sind nicht exakt, der Trend wird aber kaum falsch sein.

Die Verkäufe haben stark begonnen (140.000 Verkäufe in der ersten Woche), sind danach aber sehr schnell gesunken und mittlerweile bei geschätzten 20.000 Einheiten angelangt. (Das Pre ist nicht ausverkauft, damit sind diese Verkaufszahlen also nicht begründbar!)

pre-verkaufszahlen

Umfragen in Sprint-Geschäften haben außerdem ergeben, dass nur ca. die Hälfte der Palm Pre-Kund/innen Neukund/innen sind – für Sprint enttäuschend, das damit nicht schafft, was AT&T geschafft hat: Das iPhone zum starken Wachstum im (profitablen) Bereich der Smartphone-Kund/innen zu nützen.

Basierend auf der Annahme, dass sich das Palm Pre etwas über 20.000 verkauften Geräten pro Monat einpendelt, ergäbe das zwischen 400.000 und 500.000 verkauften Geräten. Ich kann mir nicht vorstellen, dass diese Zahl im oberen Ende der Erwartungen wäre.

Was ist der Grund?

Eine wichtige Frage ist, was der Grund für diese schwachen Zahlen ist. Das Problem ist vermutlich eine Kombination.

  1. Hohe Erwartungshaltung/Hype
    Es war für Palm beinahe unmöglich, den selbst auferlegten Hype zu erfüllen. Das Gerät ist sehr, sehr gut. Aber Roger McNamee hat angekündigt, dass die Besitzer des ersten iPhones nach dem Palm Pre-Launch allesamt kein iPhone mehr verwenden würde. Und Ex-Palm-Chef Ed Colligan hat unmittelbar nach der Pre-Ankündigung gemeint, dass es für Palm keinen Grund gäbe, das Pre billiger als das iPhone zu verkaufen, da man das deutlich bessere Produkt habe.
  2. Mangelnde Exportfähigkeit
    Es war schon irgendwie irre, wie viele Menschen auf der ganzen Welt ein iPhone hatten, bevor es überhaupt offiziell verkauft wurde. Schätzungen zufolge waren bis zu 25% aller verkauften iPhones in den Anfangsmonaten für den Export bestimmt. Apple hat das erst unterbunden, als das iPhone 3G in der ganzen Welt verkauft wurde.
    Palm hat sich diese Möglichkeit durch die Wahl des Exklusiv-Partners in den USA verbaut, der auf das CDMA-Netz setzt, wodurch das Smartphone in Europa nicht funktionieren würde.
  3. Hoher Preis
    Das Palm Pre kostet 300 Dollar, wobei man 100 Dollar durch einen Mail-In-Coupon wieder zurück bekommt. So in etwa. Damit ist das Palm Pre deutlich teurer als das “alte” iPhone 3G, das mittlerweile um 100 Dollar verkauft wird und gleich teuer wie das iPhone 3GS. Das iPhone 3GS ist aber vor allem in einem Bereich um Welten voraus – bei den Applikationen. Selbst, wenn 90% aller Anwendungen Schrott sind, ergibt das immer noch 300 “nützliche” Anwendungen. Palm hat dagegen erst vor einigen Tagen die Entwickler-Umgebung freigegeben.
  4. Unbeliebtes Netz
    AT&T ist kein besonders beliebter Handynetz-Betreiber, aber Sprint scheint, wenn man Kommentare in Tech-Blogs ernst nimmt, eine einzige Katastrophe zu sein. Eine so große Katastrophe, dass sehr viele nicht gewillt scheinen, um des Pre Willen dort hin zu wechseln. Diese Wahl könnte sich als ungeschickt herausstellen.

Geschrieben von Sebastian

22. Juli 2009 um 1:02 pm Uhr

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